Von all den Themen, die im USA Geschäft relevant sind, ist dies – zusammen mit dem Datenschutz — die am wenigsten bekannte Grösse. Die Steuerbehörden auf beiden Seiten des Atlantik ziehen quasi am jeweils anderen Ende des Kuchens und wollen beide ein großes Stück davon. Auf US-Seite ist die Tochtergesellschaft verpflichtet, eine Transfer Pricing-Studie vorzuhalten, welche sie alle 2 Jahre aktualisieren und auf Verlangen dem Internal Revenue Service (IRS) – also der Bundessteuerbehörde — vorlegen muss. Bei Verstoss drohen Penalties, Zinsen und Nachveranlagungen, was die Empfehlung an das Management nahelegt, sich mit der Thematik des Transfer Pricings auseinander zu setzen.

Es ist nahezu unmöglich, die Transfer Pricing-Studie mal eben im Schnellgang zu erledigen wenn die amerikanische Steuerbehörde sie anfordert. Der Grund dafür besteht darin, dass die Studie ein recht anspruchsvolles Arbeitsprodukt darstellt, welches Zeit braucht. Die Transfer Pricing Studie muss verschiedene Berechnungsmethoden durchspielen, sich für eine davon entscheiden und die getroffene Entscheidung dann sachgerecht begründen. Zusätzlich muss die Transfer Pricing-Studie eine Alternativ Methode auflisten – die zweite Wahl, quasi – und vermittels dieser eine weitere Transfer Price Ermittlung durchführen.

Im Rahmen dieser formellen Vorgaben muss die Transfer Pricing Studie anschließend Angaben zu den Konzern-weiten Inter-Company-Verträgen unterbreiten. Diese werden bei der Analyse des korrekten Transfer Pricing als interne Vergleichswerte verwendet. Die Transfer Pricing-Studie muss des weiteren Drittwerte auflisten, die von Firmen mit weitgehend vergleichbaren Produkten oder Dienstleistungen beigebracht werden. In den meisten Fällen bedient sich die Transfer Pricing-Studie dabei der veröffentlichten Daten von börsennotierten Unternehmen.

Aufgrund dieser Gegebenheiten und Anforderung ist die Transfer Pricing Studie meist eine Kombination der Arbeiten von Steuerfachleuten (CPAs – Certified Publik Accountants) und Anwälten in den USA. Diese werten die für die Transfer Pricing-Studie notwendigen Verträge, Cases und Tax Rulings aus, aus welchen sich die steuerlich akzeptablen Parameter der Transfer Price-Festlegung ablesen lassen.

Die Transfer Pricing-Studie erfordert intensiven Firmen-internen Support, der aufgrund der o.g. Analyse der Inter-Company-Verträge unerlässlich ist.

Als Minimum sind 6 Monate Zeit für die Erstellung der Transfer Pricing-Studie ein realistischer Ansatz.